Ein buddhistisches Sprichwort lautet „Wenn du es eilig hast, geh langsam!“. Die Beziehung dieses Sprichworts zur Fachoberschule mag zunächst nicht auf der Hand liegen, ist sie doch eine Schule, die ihren Klassen in kurzer Zeit eine Vielzahl von Praktika und Prüfungen abverlangt und damit Lehrkräfte und Schülerschaft immer zur Eile und zum schnellen Gang durchs Schuljahr anhält. Umso schöner sind Formate, die dieser Eile und Hast bewusst entgegenwirken, wie die Lern- und Motivationstage, die jährlich kurz nach Schuljahresbeginn stattfinden!
Die teilnehmenden zwölften Klassen fahren hierbei in zwei Gruppen von Montag bis Mittwoch und von Mittwoch bis Freitag zum Haus Volkersberg bei Bad Brückenau. Als ehemaliges Kloster verströmt diese Jugendbildungsstätte eine Atmosphäre des Innehaltens und der Einkehr, die seit Jahren von den Schulklassen der FOS wahrgenommen wird. Sie gibt den richtigen Rahmen, um im Schuljahr des Fachabiturs kurz zu reflektieren:
Wie fördern wir unsere Beziehungen innerhalb der Klasse?
Was können wir gemeinsam erreichen?
Wie fühle ich mich in meiner Klasse?
Wie erreiche ich eine Geisteshaltung, die den Prüfungserfolg fördert?
Was tue ich für meine seelische Gesundheit, wenn der Druck wächst?
Damit diesen Fragen Raum zukommt, entwickeln die planenden Lehrkräfte ein Programm in Modulform, das verschiedene Perspektiven bedienen soll – von Naturerfahrung über Entspannungs- und Lerntechniken, aber auch Möglichkeiten zur Konfliktbewältigung. Dazwischen bleibt immer wieder Zeit für Pausen, in denen man den sozialen Akku wieder aufladen kann. Während dabei einige die Stille bevorzugen, entwickeln andere eine gelöste Atmosphäre in Spielepartien. Die Zeit auf dem Volkersberg wird so jedes Jahr aufs Neue zu einem Kaleidoskop unterschiedlicher Eindrücke und Facetten, die den Zusammenhalt der Klassen stärkt und die Stresstoleranz des Einzelnen erhöht und zudem bei der Prüfungsvorbereitung helfen soll.
StRe Eva Guntau und Johannes Köhler


